Erstmals startete und landete ein Motorflugzeug mit rein elektrischem Antrieb auf dem
Flugplatz Beromünster und vermittelte einen Vorgeschmack auf eine mögliche
geräuscharme Zukunft der Leichtfliegerei.

Am letzten Samstag führte die Flugplatzhalterin FLUBAG ihre traditionelle jährliche
Ziellandekonkurrenz bei hervorragenden Flugbedingungen durch. Bei der diesjährigen
Durchführung war die Teilnahme nicht nur den auf dem Flugplatz ansässigen Piloten
vorenthalten, auch externe Piloten waren eingeladen, ihr Können bei Präzisionslandungen
zu demonstrieren. Die Aufgabe bei einer Ziellandekonkurrenz besteht für die Piloten darin,
ihr Flugzeug möglichst genau auf einer markierten Linie abzusetzen. Die einfache und
messbare Regel lautet, dass für jeden Meter Abweichung des Aufsetzpunktes nach der
Ziellinie ein Strafpunkt notiert wird. Erfolgt die erste Bodenberührung vor der Linie, gibt es
pro Meter Abweichung zwei Strafpunkte. Die Piloten durften einen Probedurchgang
ausführen, danach zählten drei Landungen zur Wertung. Der Aufsetzpunkt wurde mittels
einer elektronischen Anlage hieb- und stichfest ermittelt und die Resultate konnten
zeitverzugslos dargestellt werden. Am Anlass unter der Leitung von Andy Bolliger stellten
sich mehr als 50 Piloten der Herausforderung, ihr Flugzeug möglichst punktgenau zu landen.
Der Sieger schaffte mit einer Abweichung von 10 Metern aus drei Landungen ein
hervorragendes Ergebnis, gilt es doch zu berücksichtigen, dass die Anfluggeschwindigkeit
bei ungefähr 80 Stundenkilometern liegt.
Velis Elektro – dieses Flugzeug war Exot und Star der teilnehmenden Flugzeuge. Es ist das
erste und einzige vollelektrische Motorflugzeug mit einer Zulassung der Europäischen
Luftfahrtbehörde. Marc Corpataux betreibt mit seiner auf dem Flugplatz Ecuvillens
angesiedelten Firma AlpineAirPlanes eine Flotte von zehn Velis Flugzeugen, die in sieben
Schweizer Flugschulen im Einsatz sind. Der Abstecher nach Beromünster sollte auch dazu
dienen, die Eignung des Einsatzes dieses Flugzeuges auf einer sehr kurzen und rauen
Graspiste abzuklären. Die Velis Elektro ist als zweiplätziges Schulflugzeug konzipiert. Mit
einer maximalen Abflugmasse von 600 kg gilt sie als Leichtflugzeug. Für den Antrieb sorgt
ein Elektromotor von 80 PS Wellenleistung, die eingebaute Batterie ermöglicht eine
Flugdauer von 45 Minuten. In einer guten Stunde sind die Batterien mittels einer mobilen
Ladestation wieder soweit aufgeladen, dass eine weitere gleichlange Sequenz geflogen
werden kann. Die Besonderheit dieses Flugzeuges ist, dass lediglich das Propellergeräusch
hörbar ist und damit das Flugzeug nur als etwa halb so laut wie vergleichbare Baumuster
wahrgenommen wird.
Beim Kurzbesuch in Beromünster wurden zehn Starts und Landungen und kurze Rundflüge
in der näheren Umgebung – mit zwischenzeitlichem Aufladen der Batterien – durchgeführt.
Die Velis hat den Beweis erbracht, dass bei trockener Piste der Flugbetrieb auch auf der
kurzen Piste in Beromünster gut möglich ist. Allerdings dürfte sich die Piste mit ihren
Unebenheiten für den regelmässigen Schulungsbetrieb nachteilig auswirken, nicht anders
als für andere modernen mit einem Verbrennungsmotor ausgerüsteten Leitflugzeuge. Auch
eine weiche Piste, wie das auf dem Flugplatz Beromünster nach Regenschauern üblich ist,
schränkt einen regelmässigen Einsatz ein. Die von der FLUBAG geplante Pistensanierung –
wohlgemerkt weiterhin mit einem Gras- und nicht Asphaltbelag – ist der Schlüssel für den
Betrieb von Elektro- und auch andern lärmarmen Schulflugzeugen. Leider liegt gegen die
vom Bundesamt für Zivilluftfahrt bewilligte Pistensanierung noch eine einzige Beschwerde
vor, über die das Bundeverwaltungsgericht zu entscheiden hat.

Mit den erstmaligen Starts und Landungen eines sehr leisen Elektroflugzeuges führen die
Betreiber des Flugplatzes Beromünster ihre Bemühungen für Einsatz lärmarmer Flugzeuge
aktiv weiter. Mit der Lightwing AC-4 steht seit zwei Jahren eines der leisesten
Schulflugzeuge mit Verbrennungsmotor im Einsatz. Vor kurzem konnte der erste
Flugschüler, der auf diesem Muster seine gesamte Ausbildung absolviert hat, erfolgreich die
Flugprüfung bestehen. Die Segelfluggruppe ihrerseits betreibt das leiseste in der Schweiz
anzutreffende Schleppflugzeug. Die Vertreter der FLUBAG freuen sich sehr, mit den Flügen
der Velis Elektro einen weiteren Meilenstein für die zukünftige Entwicklung des Flugplatzes
gesetzt zu haben.