Heckrad-Piloten aus der ganzen
Schweiz trafen sich auf dem Flugplatz – viele
historische Flugzeuge zu Gast

Heckrad-Piloten aus der ganzen Schweiz steuerten den
Flugplatz Beromünster an und erlebten am zweiten „Heckrad-
Treffen“ familiäre Flieger-Atmosphäre. Aviatik-Fans
bewunderten historische Piper-Modelle oder einen Nachbau
des legendären Fieseler Storchs.


„Die Heckrad-Fliegerei erlebt unter den passionierten Piloten eine Art
Renaissance“, erklärt Urs Reber, Chef-Fluglehrer auf den Flugplatz
Beromünster. Bei den Heckrad-Flugzeugen befinden sich die zwei
Hauptfahrwerksbeine vor dem Flugzeugschwerpunkt und ein Heckrad
oder Spornrad im Heckbereich ergibt den dritten Auflagepunkt. „In den
ersten Jahrzehnten der Luftfahrt bis gegen Ende des Zweiten
Weltkriegs waren fast alle Flugzeuge Heckradflugzeuge“, führt Urs
Reber aus. So auch etwa die legendären Jagdflugzeuge Messerschmidt
Me 109 (Deutschland) oder die Mustang P-51 (USA), die Junkers JU-52
oder die ersten Swissair-Flugzeuge wie die DC-2 bis DC-5. „Viele Aero-
Clubs kauften nach dem 2. Weltkrieg nicht mehr benutzte
Kleinflugzeuge der US Army zu Schulungs-Zwecken – etwa die weiter
verbreitete Piper J3C L-4. Die alten Hasen unter den Piloten kennen
diese Maschinen natürlich gut.“

Landungen mit einem Heckradflugzeug bedürfen besonderer Übung für
den heutigen Piloten, der meist seine ursprüngliche Ausbildung auf
moderneren Flugzeugen mit Bugradfahrwerk gemacht hat. Je nach
Windlage besteht bei der Landung die Gefahr des „Ausbrechens“ des
Hecks. „Anspruchsvolle Piloten suchen gerade diese aviatische
Herausforderung. Die meisten Heckrad-Flugzeuge können sehr gut auf
kurzen und unbefestigten Pisten landen – und genau eine solche Start-
und Landebahn haben wir ja hier in Beromünster“, erläutert Urs Reber.

Trotz erschwerten Wetter-Bedingungen am Samstag steuerten rund 20
Piloten mit ihren Heckrad-Flugzeugen den Flugplatz Beromünster an.
„Hauptsache Heckrad“ hiess das Motto am Samstag auf dem Flugplatz
Beromünster. Das liessen sich viele begeisterte Heckrad-Piloten nicht
zweimal sagen und landeten dem Flugplatz mit der kürzesten Graspiste
Europas. Zu Gast waren etwa mehrere Piper Super Cub J3-C L-4, ein
australischer Nachbau des legendären Fieseler Storchs namens
„Slepcev Storch MK IV“, Gletscher-Flugzeuge der Hersteller Hauler und
Aviat sowie diverse Eigenbau-Flugzeuge wie ein Van`s RV-7, ein Kitfox
IV sowie der Doppeldecker Hatz CB-1. Die beiden Piloten Rudolf Lang
und Henry Saladin waren mit ihrem Stinson L-5 (ein amerikanisches
Verbindungs- und Aufklärungs-Flugzeug während dem 2. Weltkrieg) aus
dem Jahr 1944 im stilgerechten Piloten-Kombi der US Army angeflogen.

Zweites Heckrad-Treffen war ein voller Erfolg
Nach der spontanen Première im Pandemie-Jahr 2020 (es fanden trotz
allem vier Flugzeuge den Weg nach Beromünster), war das Echo unter
den Piloten in diesem Jahr sehr gross. Trotz erschwerten Wetter-
Bedingungen am Samstag steuerten rund 20 Piloten mit ihren Heckrad-
Flugzeugen den Flugplatz Beromünster an. Organisiert hatte das
„Heckrad-Treffen“ Andy Bolliger, selbst begeisterter Pilot und
Flugdienstleiter auf dem Flugplatz im Nebenamt. „Die Heckrad-Fliegerei
ist etwas für Aviatik-Enthusiasten und Fans der guten alten Zeit der

Fliegerei“, erklärte Bolliger und freute sich, dass beim gemeinsamen
Mittagessen unter Piloten, Erfahrungen ausgetauscht werden konnten
und das gesellige Beisammensein in familiärer Atmosphäre nicht zu
kurz kam.
Einige Piloten sagten ihre Teilnahme wetterbedingt ab: „Die vorwiegend
älteren Flugzeug-Oldtimer haben mit Tuch bespannte Flügelflächen.
Wie bei den Auto-Oldtimern setzen die Oldtimer-Piloten ihre Flugzeuge
nur ungern Regenschauern und Gewitter aus“, erklärte Bolliger.
Trotzdem war der Flugplatz Beromünster am Samstag gut besucht und
die Heckrad-Parade auf dem Flugfeld zeigte Flugzeug-Typen
verschiedener Epochen und Hersteller. Grosse und kleine Fans der
Fliegerei kamen voll auf ihre Kosten und konnten die teils sehr seltenen
und speziellen Flugzeuge aus nächster Nähe bewundern.

Flugplatz gut auf Kurs / Der Betrieb läuft gut
Der Betrieb auf dem Flugplatz läuft trotz Corona sehr zufriedenstellend“,
berichtet Michael Spanier, Verwaltungsrat der Flugplatz-
Betreibergesellschaft Flubag und selbst begeisterter Helikopter-Pilot.
Die Privatfliegerei erfreut sich nach wie vor grosser Beliebtheit: „Unsere
Flugschule ist derzeit gut ausgelastet. Die Menschen leben ihre Hobbies
und Leidenschaften vermehrt aus“, stellt Michael Spanier fest und lacht:
„Hoch oben in der Luft gibt es keine Viren.“ Seit Anfang Juni ist auch
das beliebte Flüüger-Beizli wieder im Innenbereich offen und zieht
Ausflügler und Familien aus nah und fern an. „Ob Motor- und
Segelflugzeuge, Helikopter oder Fallschirmspringer – bei uns gibt es
immer etwas zu sehen.“ (esw)